Eine Vorliebe für Design-Objekte

Google findet für "Design" rund 22 Milliarden Ergebnisse. "Design" ist heute ein Allerweltswort, das sich inflationär in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen breitmacht. Ursprünglich bezeichnete Design im deutschen Sprachraum die Gestaltung von Gebrauchsobjekten. Diese Disziplin bezeichnet man heute als "Produktdesign". Die Gestalter der hier vorgestellten Objekte sind allesamt ausgebildete Produktdesigner. Sie nutzen die Möglichkeit, sich neben ihrem Alltagsgeschäft, ohne jegliche wirtschaftlichen und produktionstechnischen Zwänge ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. So entstehen Klein- und Kleinstauflagen von Nutzgegenständen, die sich an eine kleine, jedoch stetig wachsende Sammlergemeinde richten und durch Galeristen unterstützt und angeboten werden.

Für diese Sparte von Design gibt es seit den 1990er-Jahren den in der Fachwelt kontrovers diskutierten Terminus "Design Art". Wie soll man nun diese Werke einordnen, als Kunst oder als Design? Es handelt sich also um Unikate sowie kleine "Limited Editions" oder auch um Prototypen. Es sind Werke, die oftmals von den Designern selbst oder unter ihrer strengen Aufsicht handwerklich und/oder mit Hilfe innovativer Produktionsmittel hergestellt werden. Durch das Experimentieren mit Form, Material und Produktionsprozessen entsteht oftmals Einzigartiges. Dank unkonventionellen, neuartigen Ideen werden hergebrachte Fertigungsmethoden hinterfragt und neuen Technologien der Weg zur Serienfertigung geebnet.

Das Interesse des leidenschaftlichen Sammlers Hans Ulrich Maurer gilt der Suche nach aussergewöhnlichen Designobjekten ab den 1990er-Jahren bis heute. Die Idee und die formale Ausführung ist ihm ebenso wichtig wie die Anwendung von neuen Technologien in Verbindung mit Handwerkskunst. Angefangen hat alles mit ein paar Stühlen. Aber nicht etwa Stühlen, auf die man sich setzen kann, sondern Stühle die auch als Skulpturen bezeichnet werden könnten. Als privater Sammler kann er ganz nach persönlichen Vorlieben seine Begehrlichkeiten wählen und muss sich keinen kuratorischen Kriterien beugen, Gefallen steht vor Didaktik. Da er seine Objekte auf Podesten präsentiert bezeichnet er sie gerne provokant als "Stand Art".

Das Online-Buch "Stand Art" von Hans Ulrich Maurer ist eine Dokumentation zu seiner Design-Sammlung. Es beinhaltet Kurzbiografien der Designer, Informationen zu den Objekten, sowie persönlichen Kommentare.

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